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Die Botschaft der Fichte

Die Gemeine Fichte (Picea Abies)

Rechtzeitig zum ersten Adventwochenende, hat Frau Holle die Landschaft in ein weißes Schneekleid gehüllt. Das ist die Zeit, wo ich gerne neben meinen warmen Kamin sitze und es mir Zuhause gemütlich mache.

 

Diese Tage erhellt ein grünes Baumwesen viele Häuser. Die Fichte

So ziert sie auch in meinem Heim, so manches Eck mit ihrem Grün. 

 

Warum holen wir uns Zweige oder den  ganzen Baum ins Haus?

Die Fichte als immergrüner Baum, gilt seit jeher als Lichtbringer. Unsere Vorfahren erkannten in ihr ein freundliches, erhellendes, weibliches Lichtwesen, das uns Menschen gut gesinnt ist.  Daher holt man sich heute noch, in der finsteren Jahreszeit den lichtbringenden Baum ins Haus, um die dunklen Ecken damit zu erhellen.

Auch das Räuchern von Nadeln, Zapfen, Holz und Harz der Fichte bringt Licht, Schutz und Heilung ins Haus.

 

Unterscheidung von Fichte, Tanne und Eibe

Möchtest du Fichtenzweige sammeln, solltest du die Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten Nadelbäume kennen. Verwechselst du sie mit der Tanne, ist es nicht tragisch aber du solltest sie auf keinen Fall mit der Eibe verwechseln, ist in fast allen Teilen, außer der rote Samenmantel sehr giftig. Sie enthält  giftige Inhaltstoffe, sogenannte Taxane, schon 50 - 100g der Pflanze können tödlich sein.

 

Die Fichte unterscheidest du von der Tanne (Abies) durch ihre spitzen Nadeln. "Die Fichte sticht, die Tanne nicht" (siehe auf den Fotos). Die weißen Wachsstreifen auf der Unterseite der Tannenadeln ist ein weiteres Erkennungsmerkmal und auch am Foto gut sichtbar. Trägt der Baum Zapfen, so hängen die der Fichte hinunter und die der Tanne zeigen nach oben. Weiters wirst du nie Tannenzapfen am Boden finden, das sind dann Fichtenzapfen, da die der Tanne  am Baum zerfallen und nicht als ganzes zu Boden fallen.

 

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) hat weichere Nadeln, die Oberseite ist dunkler als die Unterseite. Die Anordnung der Nadel sind bei den Seitentrieben zweizeilig und auf den Leittrieben spiralförmig.

Die roten Früchte sind kein echtes Merkmal, da sie nicht das ganze Jahr Früchte tragen. Weiters ist sie normal zweihäusig und die männliche Pflanze keine roten Früchte hat.

 

Es heißt, Old Tjikko ist der älteste Baum der Erde, sie ist eine Fichte, wächst in Schweden und ist  9550 Jahre alt. Das Wurzelsystem wurde mit Hilfe der  Radiokohlenstoffdatierung festgestellt, der Stamm ist zwar nicht so alt aber er bildet sich mit Hilfe von Klonprozessen, aus dem fast 10 000 Jahre alten Wurzeln immer wieder neu. Normaler Weise erreicht die Fichte ein Alter von 600 Jahren.

 

Foto1: Fichte, Foto2: Tanne, Foto3: Tanne Unterseite, Foto4: Fichte und Tanne, 

Foto5: Abgerundete Nadeln der Tanne, Foto6: Eibe giftig! Foto7: Eibe giftig!

 

 

Verwendungsmöglichkeiten

Viele haben vergessen, dass die Fichte in der Naturheilkunde einen festen Platz hat und sie in der Waldküche, mit ihren erfrischenden, zitronigen Aroma so manche Speisen verfeinern kann.

 

In meinem Garten stehen einige Fichten, Tannen und Schwarzföhren, die schon lange in der Waldküche Einzug gehalten haben. Besitzt du keinen eigenen Baum, sollte vorher immer der Besitzer gefragt werden, ob man einige Zweige abschneiden darf.

 

In der Volksmedizin wird die Fichte als wirksames Mittel gegen Husten und Halsentzündungen eingesetzt.  Sie löst den Schleim in den Lungen, wirkt desinfizierend und reinigt die Bronchien . Das Extrakt ist in vielen Hustenmitteln enthalten. Meistens werden die jungen Triebe, die Maiwipferl verwendet aber auch die Nadeln des Baumes können das ganze Jahr verarbeitet werden. Bei Keuchhusten und Asthma sollte man vorsichtig damit umgehen, da die ätherischen Öle zu sehr Sekretion anregend sein können.

Aus dem Harz des Baumes kann eine Pechsalbe hergestellt werden, diese sollte in keiner Hausapotheke fehlen.

 

Aus der Fichte lassen viele tolle Sachen herstellen 

Wie z.B. ein Fichtensalz, ein Fichtenoxymel oder aus den jungen Triebe, die in Schokolade getunkt werden eine Fichten-Schokolade.

In der Naturkosmetik schätzt man ein  Fichtenbadesalz.

In die natürliche Hausapotheke gehört die Fichtensalbe, der Fichtensirup und die leckeren Fichten-Hustenzuckerln.

 

Die Botschaft der Fichte

Die Fichte hat auch ohne menschlichen zutun, große Teile der Erde erobert. Sie ist von der Pazifikküste vor Japan, bis Sibirien und bis zur Atlantikküste nach Europa besiedelt.

Wächst sie nicht, in den von Menschenhand gepflanzten und kultivierten Mono-Fichtenwäldern, ist es ein widerstandfähiger und gesunder Baum, der mit seinen Nachbarn eine Verbindung eingeht.

Wird der Wald jedoch akribisch gesäubert und ausgeholzt, von jeden nicht gewünschten Baum und Strauch befreit, nimmt man ihm seine natürliche Lebensweise. Was daraus entsteht, hat man ja in den letzten Jahren gesehen.

 

Was ist ihr Geheimnis , was ist ihre Stärke. Die Wurzeln können es nicht sein, sie ist ein Flachwurzler und überlässt gerne den anderen Baumwesen die tiefen Schichten des Erdreiches. Aber vielleicht ist genau das ihre Stärke. Sie lässt den Anderen Platz genug und wird dafür bei starken Stürmen von ihnen geschützt. Sie ist also auf ihre Nachbarn angewiesen, ohne Ihnen wäre sie beim ersten starken Sturm im Nu weggeblasen.

 

Ihre Krone, ist auch nicht so dominant wie die von vielen anderen Bäumen. Ihre Baumspitze wird dem Himmel zu immer schmäler. Sie ist eher zurückhaltend, weich, biegsam. Ihr Holz ist nicht das härteste, es ist eher weich nachgiebig, beweglich, leicht und elastisch. Wie kann sie sich trotzdem, mit ihrer zurückhaltenden und nachgiebigen Art behaupten und ihren Raum gewinnen?

 

Ja genau, das sind ihre Stärken, nicht wie bei uns Menschen. Wenn du nicht ständig auf der Hut bist, kann schneller als du schaust, an deinem Sessel gesägt werden. Der Manager der sich nicht ständig behauptet und seine Konkurrenz klein hält oder ausschaltet, ist längst an der Spitze gewesen. Bringst du nicht genug Profit und Gewinn, dann musst du gehen. Daher musst du wachsam bleiben und kämpfen, das zehrt dich aus und kostet wahnsinnig viel Kraft. 

 

Nehmen wir uns ein Beispiel an der Fichte, sie macht genau das Gegenteil. Sie geht, wo es nur geht eine gute Verbindung mit ihre Nachbarn ein. Sie unterdrückt sie nicht, sie gibt ihnen Platz, nimmt sie so wie sie sind. 

Maximilian Moser und Erwin Thoma beschreibt das  in seinem Buch "Die Sanfte Medizin der Bäume" sehr treffend

Die Fichtenbotschaft lautet: Loslassen und netwerken, anstatt zu kämpfen. Wer mit seiner Arbeit zuerst einmal anderen etwas Gutes tut, statt dem Mitmenschen zu vernichten, der erntet Lebensfreude, Erfüllung und Gesundheit.

 

Die Fichte lebt trotz ihrer vielen Nachbarn, ihr eigenes Leben und trotzdem braucht sie ihre Nachbarn.

 

Die Wirtschaft gibt Milliarden aus, um uns auszurichten was wir alles brauchen oder kaufen sollen um glücklich zu sein. Obwohl uns viel vorgemacht wird, wie wir zu Leben haben, was wir alles brauchen, wie eine erfüllte Freizeit auszuschauen hat, wie viele Stunden wir zu Arbeiten haben, wie wir ausschauen sollen und, und,....Lebe DEIN eigenes Leben. Gehe in die Natur und schau dir die Bäume an, schau dir die Fichte an. Höre in der Stille der Natur deine innere Stimme, was ist für dich richtig und wichtig. 

 

Erwin Toma schreibt weiters "Niemand muss bekämpft, besiegt, beherrscht und unterdrückt werden. So etwas kostet unglaublich viel Energie, Lebenskraft, die viel besser für die Gesundheit, für ein gutes Miteinander eingesetzt werden kann. Wer seine Kraft und Energie gut verwendet, erntet Gesundheit und Erfolg ganz von allein"

Jeder darf so sein wie er es für richtig hält und sollte akzeptiert und geliebt werden. Das ist nicht nur die Botschaft und die Aufgabe unserer Zeit, denn sie wurde und wird uns immer wieder gestellt.

Ob wir sie jemals bewältigen werden, das wissen wir noch nicht, doch ich hoffe es.

 

Das ist die Botschaft der Fichte

Habt eine schöne besinnliche Adventzeit.