Liebstöckel

Liebstöckel der Meister des unterleibes

Liebstöckel auch Maggikraut genannt, wird laut Traditionelle Chinesischer Medizin (TCM) dem Element Wasser zugeordnet. Er unterstützt das Blasen-Yang.

Wolfgang Schröder schreibt in seinem Buch "Die Meisterkräutertherapie" dass er das Verdauungsfeuer anregt, er erwärmt die Blase, die Nieren und dann den ganzen Körper, bis zu den Zehenspitzen.

 

Besonders der Unterleib, das kleine Becken und der Genitalbereich wird stimuliert und durchblutet. Er macht wieder Appetit und somit auch wieder Lust aufs Leben und die Liebe.

 

Der rasante Wuchs des würzigen Krautes hat mich heuer besonders beeindruckt. Coronabedingt konnte ich ihm heuer wortwörtlich beim Wachsen zusehen. Er legte jeden Tag einige Zentimeter an Höhe zu. Hätte ich das gewusst, dass ich einem derartigen Kräuterwunder teilhaben durfte, hätte ich es mit Maßband und Fotos dokumentiert. Das glaubt mit ja sonst keiner, innerhalb nur einigen Tagen war der halbe Meter erreicht. Bis er seine Große von fast 2 Meter erreichte, dauerte es nicht sehr lange.

 

Nach der ersten Ernte im Mai, probierte ich das erste Mal mein neues Rezept aus "einen Liebstöckelikör

Ich muss gestehen, zuerst war ich etwas skeptisch. Eine Suppe in der Flasche und das als Schnaps, wie soll das wohl schmecken, wenn man bei jeden Schluck denkt man schlürft ein Süppchen.

Der erste olfaktorische Test, mit dem Näschen im Gläschen, hat mich noch nicht überzeugt - eindeutig Suppe.

Nach dem ersten Schluck, war ich doch von dem Geschmacksergebnis positiv überrascht. 

 

Rezept für den Likör:

etwa 100g Liebstöckel mit Stängel und Blatt

0,7 Liter Korn

80 - 100g Zucker je nach gewünschter Süße

Zuerst muss das Kraut etwa 3-4 Wochen im Korn verweilen, bis es abgeseiht wird und mit dem in wenig Wasser aufgelösten Zucker gesüßt wird. Nun kann er schon mal verkostet werden, desto länger er jetzt noch nachreifen darf, desto besser wird der Likör.

 

 

Der Liebstöckel ist durch seine heiß machende Eigenschaft auch als Aphrodisiakum bekannt, so wird er auch Liebesstock genannt. Wird die entstandene Energie nicht im Liebesakt verbraucht, kann die gewonnene Energie, die Energiezentren über die Wirbelsäule und den Blasenmeridian hochsteigen und unser Bewusstsein wird gestärkt. Desto bewusster wir sind, desto weniger Ängste haben Platz. Ängste werden in der TCM auch dem Element Wasser zugeordnet. 

Die kalten Füße werden wärmer, die Knie werden gestärkt- ich gehe nicht so schnell in die Knie. Der Urin kann besser gehalten werden und ich muss nicht ständig aufs Örtchen laufen.

 

Auch das Nervensystem zählt zum Wasserelement. Eine nervöse Unruhe, beruht sehr oft auf Kälte in der Blase. Hier wirkt der Liebstöckel bis in die Tiefe über die Niere und die Blase. Er bringt wieder Ruhe ins System. Deshalb wird er auch "der Nerven liebende Blasenerwärmer" genannt.

 

Viele Geschmackskräfte unterstützen den Liebstöckel, so fördert der bittere Geschmack die Verdauung und hat eine reinigende Wirkung. Er hilft bei Magen-Kälte, Blähungen, Verdauungsschwäche und Verdauungsbeschwerden.

Der scharfe Geschmack vom Liebstöckel löst Qi und Blutstagnation im Unterleib. 

Der süße Geschmack regt die Säftebildung an.

 

Wer sich mit den Liebstöckellikör gar nicht anfreunden kann, der kann ihn auch als Tee trinken. Der Tee ist nicht so mein Fall aber ich verwende ihn gerne in der Küche und würze sehr oft damit. Hier bittet sich eine selbstgemachte Maggiwürze an. Das dunkelbraune Fläschchen, das früher in keinen Haushalt fehlen durfte enthält kein Maggikraut, erinnert aber sehr stark daran. Bei der Self-Made-Sauce weiß man was drin ist und sie eignet sich hervorragend zum herzhaften Würzen.

 

Rezept folgt demnächst.

Hab heute 2 Kilo Maggikraut geerntet:-)